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Seite 1 von 3 "In diesem stattlich schönen Dorf Toblach ist ein aufgewecktes und musikalisches Völklein zu Hause", konstatierte wohl einer der größten Blasmusikkenner Tirol’s, Sepp Thaler, vor 25 Jahren, und seiner damaligen Bitte, der edlen Kunst und damit unserem lieben Heimatland Südtirol weiterhin zu dienen, ist die Toblacher Musikkapelle auf vorbildliche Weise nachgekommen.
Gründung im Jahre 1821 Die lange Geschichte des 1821 gegründeten Vereines ist untrennbar verwoben mit dem Chor und dem Orchester der Pfarrkirche Toblach, aus deren Reihen auch die ersten Musikanten stammen, unter ihnen Sebastian Baur „Bindter“, der im Gründungsjahr erst vierzehn Jahre alt war und einem Vormund unterstand, welcher Musik in jeder Form nicht ausstehen konnte. Dem musikbegeisterten Wastl blieb nichts anderes übrig, als "heimlich unter dem Bette und am Bachgriese seine Übungen vorzunehmen", wie es in der Musikchronik überliefert ist. Trotzdem kam es schon Mitte der 20’er Jahre zu den ersten Ausrückungen der kleinen Kapelle, anfangs nur sechs junge Burschen, welche die Schützen bei Prozessionen und zum Schießstand begleiteten. Bald erweiterte man das kleine Häufchen durch selbstgebaute Schlaginstrumente eine kleine, eine große Trommel und einen so genannten "Türkischen Hut", das ist ein Schellenbaum oder "Glöcklhut" nach dem Vorbild der Janitscharenmusik, der Eliteinfanterie des türkischen Reiches. Aus der Harmoniemusik mit ihren paarweise verwendeten Instrumenten aus dem Kirchenorchester in Verbindung mit den türkischen Schlaginstrumenten entwickelte sich so die "Türkische Musik" oder "Türkische Bande", wie sie anfangs bezeichnet wurde.
Die Musik dieser Bande war weitgehend rhythmusbezogen und ging auch den weniger Musikalischen in die Füße, erforderte deshalb auch keine Notenkenntnisse und war eigentlich nur Marschmusik. Ihre Aufgaben beschränkten sich auf Umrahmung von kirchlichen Anlässen wie Fronleichlamsprozessionen, Erntedank etc. und auf die Gestaltung von weltlichen Festen, so zum Beispiel die Grenzinspizierung durch den Kronprinzen Ferdinand in Landro im Jahr. 1825.
Die Musikkapelle wird größer Die Volljährigkeit des jungen Kapellmeisters Sebastian Baur im Jahr 1830 und damit seine Unabhängigkeit vom musikfeindlichen Vormund gab der Weiterentwicklung der Kapelle endlich grünes Licht. Jetzt wurden neue Instrumente gekauft, junge Musikanten ausgebildet und fleißig Proben abgehalten. Die Erweiterung des Instrumentariums, vor allem aber die Melodieinstrumente brachte die Möglichkeit mit sich, auch Tanzmusik und Ständchen im konzertanten Stil zu geben und ließ die "Türkische Marschmusik" zu einer flexibleren und klangfarbenreicheren Musikkapelle werden.
Von 1837 bis l868 leitete Johann Taschler „Egarter“, ebenfalls ein Gründungsmitglied, die Kapelle und verschaffte Ihr einen guten Ruf im gesamten Pustertal. Auf Ihn folgten in kurzen Abständen fünf verschiedene Kapellmeister bis 1879. Anfang der 70er unternahmen die Toblacher einen Ausflug nach Bruneck, wo ihre lebendige Spielweise viel Beifall fand. Bei der Rückfahrt wurde in Niederdorf ein Konzert gegeben, über welches die Musikchronik berichtet: „Durch das rasche Emporblühen der Toblacher Kapelle waren die Niederdorfer eifersüchtig und neidisch geworden. Sie konnten ihren Ärger nicht verbeißen und bewarfen die Kapelle beim Abmarsche mit Steinen“.
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